Der Weltkriegsbunker der Fuggerei in Augsburg wird zum Museum
Bei der verheerenden Bombennacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 wurde Augsburg in zwei Angriffswellen der Royal Air Force bombardiert, die Fuggerei zu mindestens zwei Dritteln zerstört. Die Menschen im 1943 errichteten Fuggereibunker überlebten. Bis vor Kurzem fristete der original erhaltene Luftschutzraum als Lagerraum ein Schattendasein. Aktuell wurde dort der „Weltkriegsbunker in der Fuggerei“ eröffnet, der die Entstehung des Bunkers, die Zerstörung der heute ältesten Sozialsiedlung der Welt und den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert. Das Museum erinnert mit Exponaten, Text- und Bildtafeln, einem Hörbild und einem Film an die Zeit von 1933 bis 1973.
Der öffentliche Luftschutzbunker wurde Anfang 1943 auf dem Gelände der Fuggerei errichtet. Nur wenige Monate später rettete der Luftschutzraum in der Bombennacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 rund 200 Fuggereibewohnern und weiteren Augsburgern das Leben. Die Sozialsiedlung wurde jedoch zu wenigstens zwei Dritteln zerstört. Im Fuggereibunker beschlossen schon wenige Tage nach der Bombennacht die damaligen Mitglieder des Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Familienseniorats, Joseph-Ernst Fürst Fugger von Glött, Dr. Clemens Fugger Graf von Kirchberg und zu Weißenhorn sowie Friedrich Carl Fürst Fugger-Babenhausen, den sofortigen Wiederaufbau der Sozialsiedlung.
64 Jahre später wird aus dem original erhaltenen Weltkriegsbunker ein über hundert Quadratmeter großes Museum, das die Vorgeschichte, die Bombennacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 und den anschließenden Wiederaufbau sowie die Erweiterung der Fuggerei erklärt. Exponate, Dokumente, Text- und Bildtafeln der Dauerausstellung, ein Museumsfilm und eine Hörstation mit Erinnerungen des Fuggereiverwalters Hubert Graf Waldburg-Wolfegg führen in die Zeit zwischen 1933 und 1973. Das Museum im Fuggereibunker thematisiert außerdem die 20 Luftangriffe auf Augsburg, bei denen 1499 Menschen starben, 85000 Einwohner obdachlos wurden und rund 90 Prozent der Innenstadt zerstört wurden.
Das neue Museum in der Grünanlage der Fuggerei wurde ausschließlich aus Mitteln der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Holz- und Blatternhaus-Stiftung finanziert. Konzipiert und gestaltet wurde der „Weltkriegsbunker in der Fuggerei“ von der concret Werbeagentur GmbH in Augsburg.
Mit der Erweiterung des Museumsensembles in der Fuggerei – das inzwischen neben den zahlreichen Hinweistafeln im Außenbereich und dem Fuggereimuseum mit der historischen Schauwohnung auch eine moderne Schauwohnung und eben den neu eröffneten Weltkriegsbunker beinhaltet wurde die Attraktivität dieses Besichtigunszieles nochmals gesteigert.
